Inspiration aus Skandinavien

Wikinger- Gesetze

Wann immer Norweger bestimmte Verhaltensweisen an sich nicht so ganz erklären können, sehen sie die Ursache in ihren Vorfahren, den Wikingern. Das ist durchaus eine wertvolle Ressource, wirft man einen Blick auf überlieferte Wikinger-Gesetze:

1. Sieh Möglichkeiten!

2. Bring Sieger hervor!

3. Sei mutig!

4. Verteile Lob!

5. Denk positiv!

6. Übernimm Verantwortung!

7. Setze auf Bildung und Forschung!

8. Stell dich Neid und Faulheit entgegen!

9. Fang heute an!


Man spürt förmlich die positive Energie, die in diesen 9 Handlungsanweisungen steckt. Man findet sie heute in vielen norwegischen Unternehmen als konkrete Leitsätze wieder, die vielerorts von allen Beteiligten konsequent eingehalten werden. Hier vier Beispiele:
 

Wir reden miteinander, nicht übereinander!

Kritik ist stets konstruktiv und respektvoll gegenüber der Person.

Im Team „spielen wir einander gut“ – die Stärken jedes Mitarbeiters sollen zum Tragen kommen.

Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und befolgt.
 

Diese Prämissen klingen sehr einfach und dennoch behindert ihre Nichtumsetzung in der Praxis wesentlich die Kommunikation, damit das gesamte Zusammenwirken und die Produktivität.

Werden diese Leitlinien befolgt, ist der Rahmen für konstruktives Handeln geschaffen – gepaart mit fachlicher Kompetenz eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg

"Unternehmen haben heute nur einen Wettbewerbsvorteil:
Ihre Mitarbeiter mit deren Fähigkeit zur Veränderung.
Alles andere lässt sich kopieren."

Robert Helland Olsen

Norwegen: Lange Tradition bei der Mitarbeiterzufriedenheit

Seit 2003 führt Randstad die sogenannten Workmonitor- Untersuchungen durch, u.a. zu den Themen lebenslanges Lernen, Arbeits- Mobiltät, Arbeitsplatzwechsel und Mitarbeiterzufriedenheit. In der letztgenannten Kategorie gehört Norwegen traditionell zur Spitzengruppe und eroberte 2015 sogar die Führungsposition.

Flache Hierarchien, gute Work-Life-Balance, Mitwirkung in frühen Stadien von Entscheidungen sind Merkmale, die in der norwegischen Arbeitswelt zur Normalität gehören. Dafür gibt es mehrere Ursachen, deren Entstehung teilweise weit zurückliegt.

Eine findet man in den 1960er Jahren, als der Arbeitswissenschaftler und Sozialpsychologe Einar Thorsrud (1926 – 1985) einen bahnbrechenden Betrag zur Motivationstheorie leistete. Im Rahmen eines Projektes zur Entwicklung neuer Organisationsformen, die in höherem Maße zur Mitwirkung und Demokratie im Arbeitsleben beitragen sollten, formulierte Thorsrud psychologische Arbeitsbedürfnisse und -Anforderungen. Diese lauten im Einzelnen:

  • Bedürfnis nach Inhalt im Arbeitsprozess in Form eines angemessenen Niveaus an Herausforderungen und einem Minimum an Variation

  • Bedürfnis, im Arbeitsprozess etwas zu lernen und diesen Lernprozess fortführen zu können

  • Bedürfnis nach einem Mindestniveau an Entscheidungsbefugnis und Verantwortung

  • Bedürfnis nach Beziehung des Arbeitsprozesses oder dessen Ergebnisses zum sozialen Leben des Arbeitnehmers

  • Bedürfnis nach einem Mindestniveau an sozialer Unterstützung und Anerkennung am Arbeitsplatz

  • Bedürfnis danach, in seinem Job etwas zu bewegen, nach persönlichem Wachstum, Entwicklung und Karriere

Diese Anforderungen wurden bereits im Jahre 1977 im norwegischen Arbeitsgesetz verankert und haben dort einen wachsenden Stellenwert. Ihre Umsetzung ist eine wesentliche Zielstellung der Gesellschaft und der überwiegenden Zahl der Unternehmen.